Konzert | Heaven Shall Burn & Parkway Drive, 07.12.2014

Dienstag, Dezember 09, 2014

Heaven Shall Burn
Die besinnlichste und ruhigste Zeit des Jahres hat begonnen, doch darüber ist nicht jedermann sonderlich erfreut. Wie gut, dass in Form von Livemusik der härteren Art Abhilfe geschafft werden kann. Am Sonntag taten dies Heaven Shall Burn und Parkway Drive, die im Rahmen ihrer Europa-Tour die Metalcore-Dampfwalze auch über Wien rollen ließen. Die von Impericon als #impericontouroftheyear bezeichnete Tour wurde während der vorherigen Stops immer äußerst gelobt, und so war ich schon gespannt, was mich an diesem Abend erwarten würde.

Auch für die Show in Wien hielten die beiden Headliner etwas Besonderes in petto:
Beide Bands sollten abwechselnd ein je etwa 30-minütiges Set spielen, womit Mosh-Möglichkeiten und feinste Riffs ohne Unterlass geboten wurden.
Den Start machten die Australier Parkway Drive, die aus der heutigen Metalcore-Szene schon gar nicht mehr wegzudenken sind. Bereits im ersten Block ihres Sets hielt die Band einige Kracher bereit, Songs wie der Opener Wild Eyes oder Karma aus dem neusten Album Atlas sowie der altbekannte Kracher Sleepwalker und das zum Mitgröhlen verleitende und Gänsehaut hervorrufende Idols And Anchors wurden geboten. Die Band zeigte sich spielfreudig und Frontmann Winston McCall führte sympathisch durch das Set. Die Fans dankten es ihnen mit voller Begeisterung und enormer Bewegungsfreude.
Zum Abschluss wurde das von den Fans gewünschte Heaven Shall Burn-Cover The Weapon They Fear auf die Menge losgelassen.
Die Lichter gingen aus und Heaven Shall Burn kündigten sich ohne Vorwarnung mit einem lauten Knall und dem ersten Kracher Voice Of The Voiceless an. Ohne Unterlass ging es weiter und bereits vor dem dritten Song, Combat, wurde lautstark eine Wall Of Death vom Publikum gefordert und mit Frontmann Marcus' Segen sogleich eingeleitet. Zum Abschluss des ersten Blocks erfolgte dann das Parkway Drive-Cover Unrest.

Parkway Drive
Nun waren wieder ihre australischen Mitstreiter an der Reihe, die ihr mitgebrachtes Hitfeuerwerk weiterhin gnadenlos auf das ausverkaufte Gasometer niederregnen ließen. Kracher wie Deliver Me und Romance Is Dead sorgten für euphorische Jubelrufe und ließen es besonders in der Hallenmitte wild zugehen. Vielleicht etwas zu wild, denn immer wieder kam es vor, dass ein leicht verletzter Fan hinausgebracht werden musste. Für den krönenden Abschluss sorgte dann der unverzichtbare Hit Carrion, bei dem Winston aufforderte, noch ein letztes Mal alles zu geben, was die Fans auch leidenschaftlich gernet taten.
Verwunderlich war, dass nach diesem Block bereits einige Parkway Drive-Fans den Rückzug aus der Halle antraten und somit für ein paar Löcher in der sonst dichtgedrängten Halle sorgten. Dies störte jedoch nicht weiter, da diese sofort neu aufgefüllt wurden und die Party mit Heaven Shall Burn fröhlich weiterging. Ihr zweiter Block wurde aus einem Mix von den ersten Klängen zu Hunters Will Be Huntered sowie lauthalsen Jubelrufen begonnen, gefolgt von Gassenhauern wie Black Tears oder Counterweight. Mittlerweile war die Stimmung jedoch etwas gedämpfter, dem Publikum schien schon etwas die Energie zu fehlen und bei einigen Fans schien das Interesse schon etwas nachzulassen. Davon ließen sich jedoch die wenigsten stören, denn nach Like Gods Among Mortals war es bereits Zeit für den letzten Song des Abends, natürlich Endzeit, und wer kann bei diesem Song schon stillstehen? Ein letztes Mal wurde alles gegeben, und zu den letzten Geigen-Klängen des Songs und herabfallenden Papierschnipseln verließen eine verschwitzte Band und ein erschöpftes Publikum Bühne und Halle.

Heaven Shall Burn
Was am Ende des Abends zurückbleibt, sind sowohl beidseitige Zufriedenheit als auch großer Unmut bei einigen Fans. Wunderte die für bereits 18:30 Uhr und somit doch recht früh angekündigte Spielzeit von Northlane schon im Vorfeld, stellte sich heraus, dass diese bereits vor offiziellem Beginn ihr Set gespielt hatten. Nach einer Running Order fragte man auch am Vorabend noch vergebens, und auch vor Ort war diesmal nirgendwo eine zu finden. Ebenso verwunderte das mit 19:45 Uhr angesetzte erste Set von Parkway Drive, und es kam bis dato noch nie vor, dass ich die Konzerthalle bereits gegen 21:45 Uhr wieder verließ, da die letzten Klänge des Headliners bereits verklungen waren.
Ein weiterer Minuspunkt ist der, für das Gasometer leider nicht untypische, Sound. Dieser war bei Parkway Drive noch einigermaßen annehmbar, bei Heaven Shall Burn hingegen haben die Tontechniker wieder mal einiges falsch gemacht. Der Sound erinnerte mich sehr an den Gig am Impericon Festival Wien 2013 und von einigen Fans hörte ich das Problem, die Songs oft erst am Refrain erkannt zu haben.
An dieser Stelle möchte ich den Bands in keinster Weise etwas vorwerfen, jedoch würde ich der Organisation der Planet tt-Halle dringend raten, etwas zu ändern. Eine derartig schwächelnde Gesamtleistung habe ich dort nämlich noch nie erlebt.
(Und ich muss gestehen, ein wenig froh gewesen zu sein, auf der Gästeliste zu stehen.)

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4 Kommentare

  1. ich hätte auch so gerne parkway drive wieder live gesehen, ich hoffe ich kann es nächstes jahr vielleicht auf dem with full force.
    und die idee mit den wechselnden sets klingt interessant :)

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  2. Habe es noch nie erlebt, dass sich Headliner immer abwechseln, aber finde es sehr spannend! :)
    Hätte das auch gerne mal erlebt.

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  3. Scheint ein super Konzert gewesen zu sein! :)
    War noch nie auf irgend einem Konzert.

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