Konzert | AC/DC, 14.05.2015

Sonntag, Mai 17, 2015

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Fast auf den Tag genau fünf Jahre ist es her, dass uns die Rock-Legenden AC/DC zuletzt mit einem Auftritt in Österreich beehrten. Der damalige Austragungsort Wels sollte mit diesem Konzert in die Geschichte eingehen, denn mit knapp 100.000 Besuchern war dies das größte Konzert, das je in Österreich über die Bühne ging. Am letzten Donnerstag konnte diese Zahl dann sogar nochmal getoppt werden: Etwa 105.000 Besucher jeglicher Altersgruppen fanden sich diesmal für das Konzert ein - das ist ein neuer Landesrekord!
Seit 5. Mai sind AC/DC im Rahmen ihrer Rock Or Bust World Tour wieder im Einsatz, um die größten Bühnen rund um den Globus zu bespielen. Bei ihrem letzten Besuch 2010 war es mir leider nicht möglich, ebenfalls an dem Spektakel teilzuhaben, was sich am vergangenen Donnerstag nun endlich ändern sollte. Diesmal hatte der Red Bull Ring in Spielberg, Steiermark, die Ehre, den Rockgöttern die angemessene Audienz zu erweisen.

Bevor jedoch die Hardrock-Legenden höchstselbst ihren Platz auf der Bühne einnahmen, sollten sich die Fans erstmal warm tanzen. Gelegenheit dazu gab es reichlich: Bereits ab 12:00 Uhr wurde am Red Bull Brandwagen ein hochkarätiges und umfangreiches Programm geboten, unter anderem mit Mother's Cake und All Faces Down. Die Hauptbühne wurde dann ab 18:15 Uhr bespielt, den Startschuss gaben die Österreicher Purple Souls.
Pünktlich zum Auftritt von Vintage Trouble war dann auch ich endlich vor Ort. Das Blues Rock-Quintett aus Los Angeles wusste mit tanzbaren Rhythmen zu überzeugen und Sänger Ty Taylor, gekleidet in farbenfrohem Anzug mit leuchtend-gelbem Sakko, verstand es, die Menge auf seine Seite zu ziehen. Sehr gute Show, mit der sie einige neue Fans dazugewinnen konnten.

Kurz vor 20:45 Uhr war es dann endlich soweit: AC/DC kündigten sich mit einem Intro auf den Videowalls an, woraufhin sofort ein regelrechter Sturm an Jubelrufen seitens des Publikums losging. Die Band betrat die Bühne mit einem lauten Pyroknall, gefolgt von noch lauterem Gejubel der Menschenmasse. Sogleich wurde der Namensträger von Tour und Album, Rock Or Bust, angestimmt und das zweistündige Rock-Spektakel der Extraklasse konnte losgehen. Auch für den Gig in Österreich hatten sie natürlich alles dabei, was eine AC/DC-Show ausmacht: die coole Bühne mit den Teufelshörnern, Feuerfontänen, die Hells Bells-Glocke, die überdimensionale, aufblasbare Rosie und viele Effekte. Trotz bereits fortgeschrittenen Alters und unzähligen gespielten Konzerten zeigte sich die Band natürlich auch in Spielberg in Topform und, trotz Ausfall von Stammschlagzeuger Phil Rudd und Rhythmusgitarrist Malcolm Young, bester Laune. Aushängeschilder der Bewegungsfreude und Stimmungsanheizer waren natürlich wieder Frontmann Brian Johnson, der leidenschaftlich eine Rock-Hymne nach der anderen schmetterte, sowie Leadgitarrist Angus Young, der in gewohnter Manier über die Bühne fetzte und sein außerordentliches Talent an den Saiten gerne zur Schau stellte. Bis auf die, nebst des Opener-Songs, beiden neueren Songs Baptism By Fire und Play Ball wurden eigentlich nur Songs zum Besten gegeben, die man selbst als Nicht-Diehard-Fan zumindest schon das ein oder andere Mal irgendwo aufgeschnappt hat: Obligatorische Songs wie Back In Black, Thunderstruck, T.N.T, Hells Bells oder You Shook Me All Night Long reihten sich an Songs wie Sin City oder Dirty Deeds Done Dirt Cheap auf der 20 Songs umfassenden Setlist. 
Ob dieses Hitfeuerwerks war auch der Rockgott gnädig gestimmt, das Wetter hielt, trotz Regenvorhersage, ab dem Abend stand. Mit Song Nummer 18 und einer der Rockhymnen schlechthin, Let There Be Rock, wurde dann das vermeintliche Ende eingeläutet, gefolgt von einem 15-minütigen Solo von Angus Young, bei dem nochmal alle Registerkarten gezogen wurden, während der Rest der Band nacheinander die Bühne verließ. Soll es das wirklich schon wieder gewesen sein? Zum Glück nicht, denn immerhin fehlten noch zwei wichtige Songs, ohne die die Show keinesfalls enden konnte. Mit High Way To Hell, das die Stimmung noch ein letztes Mal so richtig zum Kochen brachte, und For Those About To Rock (We Salute You), bei dem zum Schluss sechs Kanonen in den Nachthimmel hinein donnerten, war das endgültige Showfinale der Ausnahmerocker perfekt. We salute you, AC/DC, möge euer Rock'n'Roll die Welt noch lange bereichern!

Als persönlicher "Highway To Hell" entpuppte sich dann aber leider noch die Rückkehr zum Bahnhof Knittelfeld: Chaos und Gedränge sowie ein riesiger Stau beim Versuch, von der Bühne wegzukommen, unklare Angaben zu den jeweiligen Abfahrtshaltestellen, keine oder uninformierte Securities, sowie eine mehr als unzureichende Anzahl an Shuttlebussen und daraufhin resultierende Verzögerungen und Probleme mit den Sonderzugverbindungen verliehen diesem tollen Erlebnis einen schalen Nachgeschmack. Dies war mein erstes vom Radiosender Ö3 präsentiertes Konzert, und nach Möglichkeit wird es auch mein letztes sein. Organisation sieht anders aus.

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6 Kommentare

  1. Ich glaube acdc gehört zu diesen großen Bands, bei denen es wahnsinnig toll ist sie einmal live gesehen zu haben. Persönlich höre ich sie eher nicht, aber wie du schon gesagt hast gehören sie zu den Rock-Legenden. Es ist schön, wenn sich das Konzert gelohnt hat. Und ich finde außerdem, dass du den Text sehr gut geschrieben hast! :)

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  2. Ich höre die Musik von ACDC eigentlich nicht, aber das Konzert muss richtig toll gewesen sein. Toller Text.

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  3. Also acdc würde ich ja auch gerne mal hören! Wie lina scon sagt - wahre rockLEGENDEN

    Liebst Imke von
    www.modewunsch.de

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  4. Wow !!

    Liebste Grüße:)
    Cyra von:
    http://bedeutungsvolle-momente.blogspot.de/

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  5. ach wie immer tausend dank für deine lieben worte! :) <3

    und ac/dc, also holla die waldfee! das spektakel möchte ich auch so gerne noch sehen, ich meine das ist musikgeschichte. mein freund hat sie auch schon gesehen und schwärmt auch total.
    und richtig gute review die du da geschrieben hast!

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  6. Zumindest der Auftritt an sich klingt doch nach einem wunderbaren Erlebnis :) Ich bin zwar kein wirklicher AC/DC Fan, aber stelle mir so ein Konzert von ihnen doch ziemlich einzigartig vor.

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