Rock in Vienna 2015 - Meine Highlights

Montag, Juni 08, 2015

Blick aufs Festivalgelände | via
Da in wenigen Tagen schon wieder das Nova Rock Festival ansteht, zu dem voraussichtlich auch dieses Jahr wieder ein ausführlicher Bericht folgen wird, das wohl ein wenig zu viele Festivalberichte in so kurzer Zeit sein würden und ich mir nicht sicher bin, ob ich das zeitlich überhaupt schaffen würde, habe ich mich dazu entschlossen, euch nur von meinen Highlights am Rock in Vienna 2015 zu berichten:

Wien bekommt sein eigenes Rockfestival: Bereits die erste Auflage des Rock in Vienna vom vergangenen Donnerstag bis Samstag konnte mit Spitzenbesetzung aufwarten. Allein bei den klingenden und allseits bekannten Namen der Headliner, Metallica, Muse und KISS, leckte sich so mancher Fan schon im Vorfeld die Finger. Was viele nicht wissen: Rock In Vienna wurde bereits 1993 zum ersten Mal abgehalten, damals noch als Parallelveranstaltung zu Rock Am Ring. Aufgrund neuer Auflagen mussten die Macher die Stadt verlassen und siedelten sich in München an. Rock In Vienna wurde zu Rock In Riem und später zu Rock Im Park.

Mein erstes Highlight war direkt die zweite Band des ersten Tages: Gojira auf der Mindstage. Nachdem es mir am Nova Rock 2012 aufgrund des Timetable-Debakels leider nicht möglich war, die französischen Death Metaller zu Gesicht zu bekommen, war es nun endlich soweit, und ich wurde nicht enttäuscht. Bereits das Intro sorgte für Jubelrufe, und als dann der Vorhang im Sigmund Freud-Stil beiseite gezogen wurde und das Quartett freudestrahlend die Bühne betrat, kannten die Jubelrufe kein Halten mehr, während sich der Wavebreaker weiterhin gut füllte. Gestartet wurde mit Ocean Planet vom Album From Mars to Sirius, das mit insgesamt drei Songs am stärksten vertreten war. Die Stimmung war von Anfang an ausgelassen und steigerte sich von Song zu Song, man sah emsige Headbanger und die Band freute sich sichtlich über das begeisterte Publikum. Krönender Abschluss des mit 40 Minuten viel zu kurzen Sets war dann Vacuity aus The way of all flesh, was das Publikum dazu verleitete, noch ein letztes Mal alles zu geben und auch noch einen kleinen Pit zu starten. Kaum zu glauben, dass das erst der dritte Österreich-Auftritt seit ihrer Gründung 1996 war. Hoffentlich sehr bald wieder!

Dazwischen vergingen einige Stunden, bevor kurz nach 18:30 Uhr das nächste Highlight anstand: Die wiedervereinigten und legendären Faith No More konnten als Soulstage-Co-Headliner gewonnen werden. In Lederhosen und karierten Hemden gekleidet und somit das Klischee vollkommen erfüllend, legten die Kalifornier inmitten von unzähligen Blumenbuketts mit dem neuen Song Motherfucker aus dem ersten Album nach 18 Jahren Pause, Sol Invictus, los, was für einen überraschend ruhigen Start in die etwa einstündige Show sorgte. Während den ersten paar Songs zeigte sich das Publikum noch sehr verhalten und beobachtete das Treiben auf der Bühne vielleicht sogar mit etwas Skepsis. Erst beim recht früh angesetzten Klassiker Epic, dem Commodores-Cover Easy, das breitflächig zum Schunkeln animierte, und Ashes To Ashes brach das Eis und das Publikum sang begeistert mit. Allgemein kamen die härteren Klänge besser an, doch auch ruhigere Darbietungen machten Spaß zuzusehen, das exzentrische Auftreten von Sänger Mike Patton rundete den Auftritt ab.

Der zweite Tag des Rock in Vienna ging für mich etwas später los, hielt allerdings gleich wieder ein kleines Highlight bereit: Danko Jones und seine Mannen, die erst im März zum letzten Mal in Wien zu Gast waren, um ihr neues Album Fire Music zu präsentieren und für den Auftritt am Rock in Vienna extra aus Toronto eingeflogen wurden. "My name is Danko Jones and everybody in Vienna calls me delicious!" - nicht gerade die bescheidenste Art, sich vorzustellen, doch Mr. Jones darf sich das durchaus erlauben. Er und seine Kollegen John Calabrese (Bass) und Rich Knox (Schlagzeug) heizten der begeisterten Menge am späten Nachmittag ordentlich ein und lieferten mit Songs wie Full Of Regret, Do You Wanna Rock oder Cadillac eine perfekte Rock'n'Roll-Show mit einer Prise Blues. Wie Danko Jones schon selbst sagte: Delicious!

Auch der dritte und letzte Tag des Festivals, der sehr Metal-lastig war, hielt schon sehr früh ein erstes Highlight für mich bereit: die Nu-Metaller von Coal Chamber, die sich mit ihrer neuen Platte Rivals und alter Bassistin nun endlich endgültig zurückmeldeten. Diese konnten wieder weit mehr Leute vor die Bühne und in den Wavebreaker locken und begeisterten vor allem mit einer ausgesuchten Anzahl an alten Hits, darunter natürlich auch die Gassenhauer Loco und Sway. Wieder mal ein fetter Auftritt der Kalifornier, die uns für meinen Geschmack viel zu selten in Österreich beehren.

Babymetal (c) Florian Matzhold | via
Als echter Publikumsmagnet und zugleich absoluter Ausreißer des Tages erwies sich die Band um 15:45 Uhr auf der Mindstage. Als Internetphänomen bekannt geworden, absolviert die japanische Band Babymetal gerade ihre erste Welttournee. Viele Schaulustige, aber auch einige Fans, in Bandshirts und Flaggen gewandet, warteten auf die Band rund um die minderjährigen Sängerinnen Su-Metal, YuiMetal und MoaMetal, die mit ihrem sogenannten Kawaii Metal, eine Verschmelzung von J-Pop-Idol-Musik und Heavy Metal, für einen regelrechten Kulturschock in der Metalszene sorgten. Pünktlich um 15:45 Uhr wurde das Intro, das die Geschichte der sogenannten Metal Resistance erzählte, abgespielt, danach betraten die Band und zuletzt die drei Sängerinnen und Tänzerinnen, in Babymetal-Flaggen gehüllt und im Takt zum Opener, Babymetal Death, die Bühne. Das Publikum tobte und zeigte sich von der ersten bis zur letzten Minute von den Songs und der sehr powervollen und synchronen Choreographie restlos begeistert. Sogar ein Circlepit, der den Wavebreaker gut zum Stauben brachte, kam zustande und selbst Skeptiker und eingefleischte Metalheads ertappte man dabei, wie sie immer mehr auftauten und sich vom Auftritt der drei sympathischen Mädchen mitreißen ließen. Auch ich war begeistert von diesem durchweg starken Auftritt und verbliebe nur mit der Empfehlung, sich diese durchaus ungewöhnliche Band bei Gelegenheit aus nächster Nähe anzusehen, ich werde es nach Möglichkeit auch beim nächsten Mal wieder tun.

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4 Kommentare

  1. Sehr guter Bericht, macht mir große Lust aufs Breeze dieses Jahr. (: Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich dort sein werde, allein wegen Agalloch natürlich. Dann sehen wir uns hoffentlich mal :D
    Bin ja sehr neidisch auf Gojira und Baby Metal, würde beide sehr gern mal live sehen :D

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  2. Klingt ja nach einem erfolgreichem Festival! Und bin mega neidisch auf Baby Metal, die drei Mädels würde ich auch mal gerne sehen, sind schon etwas besonderes :D

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  3. Schöner Bericht! Babymetal hätt ich auch gern live gesehn :)
    Die meisten Bands von da waren vorletzte Woche schon in München auf dem Rockavaria - aber das scheint von Hörensagen eher ein Disaster gewesen zu sein, da klingt das Rock in Vienna um einiges besser organisiert^^

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  4. DU HAST BABYMETAL LIVE GESEHN??? Ich bin SOOO neidisch! :D Ich bin süchtig nach den Songs, ich schaff' es hoffentlich zum Konzert in Frankfurt!

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