Konzert | Rob Zombie, 31.07.2015

Sonntag, August 09, 2015



The Hellbilly returns to Vienna: Auf seiner derzeitigen Super Monster Sex Action Tour gastierte der Horror-Rocker Rob Zombie am vergangenen Freitag im Wiener Gasometer. Mit dabei in der musikalischen Geisterbahn hatten sie niemand Geringeren als die ebenso sehenswerten Schweden von Avatar. Somit kündigte sich eine gruselig-düstere Show als Kontrastprogramm zum derzeit wieder heißen Sommerwetter an. Kommen Sie, sehen Sie, staunen Sie!

Um 21:00 Uhr begann der düstere Abend mit den schwedischen Melodic Death Metallern Avatar. Zu den Klängen von Zirkusmusik betrat die Band, allen voran Sänger Johannes Eckerström, der den durchgeknallten Zirkusdirektor mimte, die Bühne. Spätestens seit ihrer Tour mit Avenged Sevenfold 2013 bekam der Göteburger Fünfer die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und so konnte man bereits das Gejubel einiger Fans vernehmen. Gestartet wurde mit Hail To The Apocalypse, Namensgeber des neuesten, im letzten Jahr erschienenen Albums. Von der ersten Sekunde an war die Band mit Feuereifer bei der Sache, vorbildlich und nahezu durchgehend wurde kollektiv die Haarpracht geschüttelt. Sänger Johannes, anfangs zusätzlich noch in rotem Frack gewandet und mit Zylinder am Haupt und Zepter in der Hand, wechselte ständig die Position auf der Bühne, schnitt wild Grimassen, streckte dem bereits gut gefüllten Gasometer die Zunge entgegen und gab auch bei Let It Burn sein Bestes, zum Mitmachen zu animieren. Spätestens nach der allgemein überraschenden Darbietung seiner Deutschkünste und Get In The Line hatten Avatar das Publikum komplett auf ihrer Seite. Und wie das nunmal so ist, wenn man eine gute Zeit hat, war nach fünf Songs und einer halben Stunde Spielzeit dieser durchwegs starke, mitreißende und dank Chef Johannes, der sich als begnadeter Showman erwies, auch etwas theatralisch angehauchte Auftritt schon wieder vorbei. Zumindest ein kleiner Trost war die Ankündigung der baldigen Rückkehr, bei der auch bestimmt (wieder) einige Besucher der Freakshow beiwohnen werden.

Nun musste eine weitere halbe Stunde ausgeharrt werden, bis der Hauptact die Bühne betreten sollte. Die Spannung wurde immer spürbarer und kurz vor 22:00 Uhr häufte sich das aufbrandende Gejubel, wenn die musikalische Zwischenuntermalung vom Band mal für ein paar Sekunden länger ausblieb. Und dann war es endlich soweit: Die Hintergrundmusik wurde eingestellt, die Halle verdunkelte sich von Neuem, das Gejubel wurde wieder laut und die nun mit Bannern von Filmhelden wie King Kong oder Frankenstein geschmückte Bühne stand wieder im Fokus. Wild umjubelt betraten die vier Musiker, gewandet in düstere Bühnenoutfits und dunkel geschminkt, die Bühne. Ohne große Umschweife wurde die düstere Party sogleich mit dem treibenden Teenage Nosferatu Pussy eingeläutet, die Fans taten es Rob Zombie gleich und begannen umgehend, das Tanzbein zu schwingen. Bei Superbeast war die Freude erstmalig besonders groß, seitens des Publikums ertönte ein hunderstimmiger Chor und die Stimmung stieg immer weiter.
Auch auf Interaktion mit dem Publikum wurde geachtet, die Band zeigte sich sehr sympathisch, Rob Zombie suchte zwischenzeitlich den Kontakt mit den Fans, die ihm förmlich aus der Hand fraßen. Aufforderungen zum Schreien, Klatschen und Tanzen wurde immer sofort emsig nachgekommen. Mit Hits wie Sick Bubblegum, bei dem sich das Publikum zusätzlich noch mit bunten aufblasbaren Bällen austoben durfte, Living Dead Girl oder Meet The Creeper wurde tief in die Grusel-Trickkiste gegriffen und die Stimmung weiter angeheizt. Neben dem druckvollen Sound und den treibenden Rhythmen der hauseigenen Songs wurden jedoch auch einige Cover zum Besten gegeben, wie etwa Blitzkrieg Bop oder Enter Sandman. Die energetische Performance schien gegen Ende aber vor allem bei Gitarrist und Geburtstagskind John 5 und Rob Zombie selbst ihren Tribut zu fordern: Die Puste schien ihnen etwas auszugehen, was sich dadurch erkennbar machte, dass die beiden die Show kurzzeitig im Sitzen bzw. Liegen weiterführten. Bei so viel positiver Energie, einer coolen Show, beeindruckenden Soli seitens John 5 und einem häufigen Wechsel aufwändig gestalteter Bässe und Gitarren, wie man es sonst nur vom Outfitwechsel bei Konzerten diverser Pop-Diven kennt, sei ihnen das aber gerne verziehen. Nach dem obligatorischen Dragula und einem kleinen Jam am Ende, bei dem fast alle Mitglieder kurzzeitig ihre Stamminstrumente wechselten, hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Eine spaßige, etwa 80-minütige Show, die definitiv zu schnell vorbeiging.

Fazit: Egal ob als Regisseur, Comicautor oder Gastgeber bei seinen Konzerten - Mister Zombie ist einfach ein wahres Talent in Sachen Entertainment, wie er immer wieder aufs Neue eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Schweden Avatar erwiesen sich als goldrichtiger Opener und so wurde ein durch und durch cooler und spaßiger Abend geboten.

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4 Kommentare

  1. Ohh das klingt echt nach einem gutem Konzert! Mal sehen, ob ich es irgendwann auch noch mal schaffe, Rob Zombie zu erleben :D

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  2. Ich kenne die Band nicht und vermute auch, dass es nicht meine Musik-Richtung sein wird. Aber dennoch ein gut geschriebener Konzertbericht, es ist ein bisschen so als wäre man live dabei!
    Liebste Grüße,
    Marina von Love & Fashion

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  3. Ich war in Köln und es war einfach nur klasse. Beide Bands waren oll und Rob Zombie ist egal als was einfach super. Generell die ganze Band ist ur symphatisch.

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  4. Das traurige an Avatar ist, dass sie dieses ganze - in meinen Augen absolut überlüssiges - Theater nicht nötig hätten, sich leider damit aber offenbar wesentlich besser verkaufen und sich somit sicherlich auch leider in dieser Richtung bestätigt fühlen.. Aber wenn man im Vergleich zu den neuen Sachen mal nur die Alben "Avatar" und "Schlacht" anhört, hat man musikalisch einen schnürkellosen aber extrem starken, kraftvollen Melo-Death der genau auf den Punkt kommt und keine Fragen offen lässt. Die neueren Sachen find ich nicht so gut und zwingend, aber genau damit werden bzw. sind sie erfolgreich. Dass sie das verdient haben keine Frage, aber ich find die eingeschlagene Richtung schade.

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