2015

Montag, Januar 04, 2016

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Kürzlich eines Abends, einem der letzten in diesem Jahr. Es ist schon lange dunkel, Ruhe ist in den Straßen eingekehrt. Auch in der Wohnung ist es still und, bis auf eine kleine Lichtquelle, vollkommen dunkel. Mein Freund schläft bereits tief und fest, erkennbar an den regelmäßigen Atemzügen und dem vereinzelten Schnarchen. Ich jedoch bin noch lange nicht fertig fürs Bett. Ich stehe vor dem geöffneten Fenster, atme die kalte Nachtluft, die mir entgegenschlägt, ein und zünde mir eine Zigarette an. Während ich mich diesem seltsamen Gefühl, das mich jedes Jahr kurz vor Jahreswechsel überkommt, hingebe, blase ich den Rauch in die Nacht hinaus, sehe ihm zu, wie er langsam wegweht und denke über das vergangene Jahr nach. 
2015 war eines der bisher wichtigsten Jahre für mich. So vieles hat sich in diesen paar Monaten verändert. Ich habe die Schule beendet, mein gewohntes Umfeld verlassen und wohne nun mit meinem Freund in einer Wohnung in Wien. Ich bin vollständig in der Arbeitswelt angekommen, arbeite unter anderem für ein Musikmagazin und durfte mit diesem und mit meinem Blog erste Presseerfahrungen sammeln, womit ich meinem späteren Berufswunsch ein kleines Stückchen näher gekommen bin. Auch das Konzert- und Festivaljahr 2015 hatte es wieder in sich, ich habe mich doch tatsächlich wieder selbst übertroffen und komme auf knapp 120 gesehene Bands.

Mein Handy kündigt eine neue Nachricht an und ich werde wieder in das Hier und Jetzt katapultiert. Ich werfe einen kurzen Blick auf das Display und lächle. Auch zwischenmenschlich gab es 2015 wieder ein paar Veränderungen, wenngleich nicht ganz so viele wie 2014. Menschen, die ich noch vor wenigen Monaten mehrmals wöchentlich gesehen habe, sehe ich nun viel seltener, was vor allem in der Anfangszeit recht gewöhnungsbedürftig war. In Zeiten von WhatsApp und Co. ist es aber zum Glück so einfach wie nie, in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig wurde der Kontakt zu anderen Menschen immer weniger, zu manchen ist er mittlerweile komplett eingestellt. Dafür habe ich aber auch neue Bekanntschaften gemacht und durfte Leute treffen, die leider zu weit weg wohnen, um sie öfter zu sehen. Ich ziehe an meiner Zigarette. Ja, grob überblickt könnte man sagen, dass 2015 nicht das schlechteste Jahr war, auch wenn es natürlich seine Höhen und Tiefen hatte. Dennoch fehlte mir etwas, wie zum Beispiel das Reisen. Dieses Jahr habe ich es aus zeitlichen und finanziellen Gründen leider nicht geschafft, wegzufahren, was ich sehr bedaure. Weiter als bis nach Dinkelsbühl habe ich es tatsächlich nicht geschafft. Auch das ein oder andere Projekt, das ich im Herbst 2015 endlich angehen wollte, steht noch immer auf meiner To Do-Liste.
Während ich einen letzten Zug nehme, lasse ich das Jahr noch ein letztes Mal im Schnelldurchlauf an mir vorbeiziehen. Nein, es war wirklich kein schlechtes Jahr, allerdings ist auch noch immer Luft nach oben. An die Ereignisse und meine Pläne denkend, schließe ich das Fenster wieder, während mich ein neues Gefühl überkommt: Vorfreude.

In meinem letzten Jahresrückblick habe ich am Ende noch kurz ein paar Dinge aufgelistet, die mich 2015 erwarten. Für das neue Jahr werde ich das allerdings nicht machen. Warum? Weil ich absolut keine Ahnung habe, was passieren wird. Nur so viel ist sicher: Ich will mehr reisen, Menschen, die ich sehr ins Herz geschlossen habe, die aber leider weiter weg wohnen, wiedersehen, neue Leute kennenlernen, ganz viel tolle Livemusik erleben, Nächte zum Tag machen, neue Bands kennen und lieben lernen, schon länger geplante Projekte endlich in die Tat umsetzen und noch so viel mehr. 

2016 kann kommen.

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen und möchte euch an dieser Stelle nochmal alles Gute für 2016 wünschen!

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1 Kommentare

  1. Eine Wohnung mit dem Freund in Wien, viele Konzerte und Adbeit im zukünftigen Traumjob? Also dass du da nicht zusätzlich auch noch Zeit und Geld zum Reisen hattest, ist ja echt hinnehmbar! Super Jahr hattest du da!

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