Ich hasse... Zoos

Mittwoch, März 29, 2017


Der Frühling hat offiziell Einzug gehalten und die Menschheit strömt wieder bei jeder Gelegenheit ins Freie, um gierig die Sonnenstrahlen aufzusagen, als hätten wir den strengsten Winter der letzten Jahrzehnte erlebt. Ein beliebtes Ausflugsziel, vor allem für Familien mit Kindern und frisch verliebte Pärchen, ist da natürlich auch der Zoo. Zwar zählen wir schon lange nicht mehr als junges Paar - zumindest was die Dauer unserer Beziehung angeht -, da der Freund sich aber so für die dort lebenden Tiere begeistern kann, musste in der Vergangenheit schon der eine oder andere Besuch sein. Dass mir das immer recht widerstrebt und langwieriger Diskussionen erfordert, dürfte ich wohl bereits in der Überschrift klar gemacht haben. Dass diese Abneigung allerdings nicht ganz ohne Grund besteht, erläutere ich in den folgenden Zeilen noch etwas genauer.

Abgesehen davon, dass mir die dort eingesperrten Tiere immer unfassbar leid tun und mir der Eintrittspreis viel zu teuer ist, spielt natürlich auch der soziale Aspekt eine große Rolle. Kinderwägen und schreiende Kinder, die einem den Weg versperren - natürlich meistens dann, wenn man es besonders eilig hat - sind mir schon im Alltag ein Dorn im Auge. In Zoos vervielfacht sich dieses nervtötende Phänomen aber noch um ein Vielfaches und wird für mich daher zu einer wahren Zumutung. Besonders "Standard-Attraktionen" wie Raubkatzen, Elefanten oder Eisbären bekommt man eh kaum bis gar nicht zu Gesicht, da sich unsagbare Massen an Kindern mit dazugehörigen Wägen und Elternteilen bzw. sonstigen Aufpassern davor tummeln. Zu allem Überfluss wird aber auch noch gegen die Scheiben getrommelt und aufgeregt und wie von Sinnen aufgekreischt, dass einem davon nur so die Ohren schlackern, wenn sich eines der Tiere zu nah an die Glasfront gewagt hat.
Und da sind dann natürlich auch noch die Fotografen. Ausgerüstet mit geschäftigen Mienen und Objektiven, die doppelt so breit sind wie mein Unterarm und so viel kosten wie mindestens zwei meiner Monatsmieten, stürzen sie sich zwischen aufgeregten Kindern und genervten Eltern ins Getümmel, um einem noch das letzte Bisschen Gelassenheit und Sicht zu nehmen. Spätestens da ist mein Puls auf 180, da ich bekanntermaßen öfter Probleme mit Letzterem habe. Aber hey, kein Problem, ich hab zwar einen Haufen Eintritt bezahlt und bin nervlich eh schon am Ende, aber Hauptsache, du hast neues Material für deine "XY Photography"-Facebookseite! Deine 25 Fans, die sich eher zufällig darauf verirrt haben, werden es dir sicher danken. Und auch ich danke euch, liebe Zoobesucher, auf eine etwas komische Art und Weise für diese Einsichten. Die geben mir nämlich jedes Mal aufs Neue die Gewissheit, dass ich mein Geld, meine Zeit und meine stetig strapazierten Nerven lieber anderweitig investiere.

Und die Moral von der Geschicht': Geh unbedingt mal mit mir in den Zoo! Nicht.

Wie man sich aber wohl denken kann, lasse ich mich meinem Freund zuliebe alle Jubeljahre aber doch mal zu einem Besuch überreden, um ihn glücklich zu machen. Bin eben eine gute Freundin.

Foto via

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1 Kommentare

  1. Huhu, kennst du mich noch (Lexy von Zombiefacepalm?) =)
    Schau doch mal in meinen neuen Blog rein! =)
    https://untotlicht.blogspot.de/

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